Therapiemöglichkeiten
Empfohlen werden:
- Psychoanalyse: Aufdeckende Therapie, die versucht ein Verständnis der ursächlichen Zusammenhänge des Leidens zu vermitteln.
- Tiefenpsychologisch fundierter Therapie: Beruht auf der Psychoanalyse, ist kürzer wie die PA, sie strebt in begrenzter Zeit eine begrenzte Einsicht in innere Konflikte an.
- DBT: Dialektisch-behaviorale Therapie, entwickelt von Marsha Linehan, speziell für Borderliner.
- Verhaltenstherapie: Beruht auf Grundlagen der Lerntherapeie. Selbstsicherheitstraining, Konfrontationstherapie, Desensibilisierung, Gedankenstop, Selbstveränderung ...
- Psychodrama: Beispielweise Rollenspiele innerhalb einer Gruppe.
- EMDR: Eine Therapieform aus der Traumatherapie.
- Psychopharmakatherapie: Medikamentöse Therapie, immer begleitend, nie alleine.
- Schematherapie: Beruht auf der Annahme, dass in der Kindheit bestimmte Schematas angenommen, entwickelt wurden. Es geht darum dies zu erkennen, zu überprüfen, und zu verändern.
Heilungschancen und Prognose
Die Prognose für eine völlige Heilung von der Borderline-Störung sieht wegen des schlechten Ansprechens auf medikamentöse Behandlung eher nicht so rosig aus. Je früher und je massiver die Störung manifest wird, desto schlechter ist die Prognose.
Wer allerdings bereits die 30 überschritten hat, bevor die Störung ausbricht, d.h. in einer bereits gefestigten sozialen Umgebung mit erlernten Verhaltensregeln lebt, kann davon ausgehen, mit einer begleitenden Psychotherapie ein durchaus 'normales' Leben (weiter)führen zu können.
Wie gesagt: die grössten Gefahren bei dieser Form der Persönlichkeitsstörung liegen in Drogen- und/oder Alkoholmissbrauch. Häufig wird deswegen die zugrundeliegende Borderline-Krankheit gar nicht erkannt, weil das Suchtproblem im Vordergrund steht. Der Hang zur Masslosigkeit in Verbindung mit (teilweisem) Kontroll- und Identitätsverlust kann unter Umständen zur Selbstverstümmelung und zur Selbsttötung führen.