Sozialphobie

 
Definition

Die Betroffenen haben Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen, davor, im Mittelpunkt zu stehen, beobachtet zu werden, negativ beurteilt zu werden, vor anderen sprechen zu müssen (zum Beispiel eine Rede halten), im Beisein anderer essen zu müssen, sich lächerlich zu machen, zu versagen, ungeschickt zu wirken, dass die Angstsymptome von anderen bemerkt werden ... In der Regel mit Vermeidungsverhalten verbunden oder die Situationen werden nur mit extremen Ängsten ausgehalten, die Symptome (körperliche und kognitive) sind sehr deutlich, mitunter bis hin zur Panik.

 
Auftreten der Sozialphobie

Es wird davon ausgegangen, dass etwa 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung von dieser Störung betroffen sind.

 
Beginn der Sozialphobie

Häufig beginnt diese Störung in der Jugend. Bezeichnend ist, dass Tätigkeiten, die ansonsten problemlos sind, mit dem Gefühl beobachtet zu werden nicht oder nur mit starkem Unwohlsein oder Ängsten ausgeführt werden können, Beispiele können sein: etwas unterschreiben, etwas essen, Turnübungen, eine Tasse ohne Zittern oder Verschütten anheben ...

 
Auswirkungen der Sozialphobie

Menschen mit einer sozialen Phobie haben ein sehr geringes Selbstvertrauen, schätzen sich selbst extrem negativ ein und haben das Gefühl, von anderen auch so gesehen zu werden. Selbstbeobachtung und Selbstkritik sind sehr stark ausgeprägt.

 
Welche Symptome können sich bei einer Phobie einstellen
  • Atemprobleme
  • Depersonalisation
  • Herzrasen
  • Magen und Darmprobleme
  • Schweissausbrüche
  • Schwindel
  • Zittern
 
Ursachen für eine Phobie

Eine mögliche Erklärung ist, dass Phobien 'erlernt' werden, man spricht hierbei von klassischer Konditionierung. Ein Beispiel: jemand ist von einer Leiter gestürzt und hat dabei extreme Angst erlebt. Während des Sturzes oder kurz zuvor hat er irgend etwas gesehen oder gehört, beipielsweise eine Katze oder Hundegebell. Dies kann dann in der Folge dazu führen, dass Ängste durch diesen Reiz ausgelöst werden. Also eben nicht, wie naheliegend wäre, durch die Leiter, sondern eben wenn die Person eine Katze erblickt oder Gebell hört. Die 'Verschiebung' scheint eine Art Verdrängung und somit ein Abwehrmechanismus zu sein. Es gibt Theorien dahingehend, dass Menschen es erst lernen müssen, mit bestimmten Ängsten umzugehen. Also wären hiernach Phobien eine Art Defizit im Erlernen von Unterdrücken und / oder Gewöhnung.

 
Behandlungsmöglichkeiten von Phobien
  • EMDR. Nach einer Vorbereitung wird zu bestimmten Augenbewegungen angeleitet. Dies soll dazu dienen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Es soll erreicht werden, das die mit dem traumatischen Erlebnis verbundenen Gefühle integriert werden
  • Entspannungstechniken
  • Medikamente (SSRI), Benzodiazipine (angst- und krampflösend, schlaffördernd, jedoch bergen sie die Gefahr einer Abhängigkeit), Antidepressiva ... Die Erfolgsaussichten nur mit Medikamenten (also ohne gleichzeitige Therapie) sind nicht sehr gut und es kommt häufig zu Rückfällen
  • Psychotherapie (Verhaltenstherapie und Konfrontationstherapie, analytische Therapie, tiefenpsychologische Therapie)
  • Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeforen
 
Synonym

Soziale Phobie