Panik

 
Definition

Das Wort Panik ist abgeleitet vom griechischen Gott Pan. Panikattacken zählen zu den Angststörungen.

Im Gegensatz zur 'normalen' Angst, die jeder Mensch hat und die positiv einzustufen ist, weil sie uns vor Gefahren oder gefährlichen Situationen / gefährlichem Verhalten warnt und uns wahlweise zur Flucht oder zum Kampf befähigt, treten Ängste im Sinne von Panik ohne reale Bedrohung auf. Das Gefühl der Panik tritt plötzlich auf und steigert sich dann sehr schnell.

 
Dauer einer Panikattacke

Die Dauer ist sehr unterschiedlich, in den meisten Fällen sollen es etwa 10 bis 30 Minuten sein. Es sind aber auch mehrere Stunden möglich.

 
Symptome bei Panikattacken
  • Atemnot
  • Befürchtung, verrückt zu werden
  • Beklemmungsgefühl
  • Druckgefühl im Kopf
  • Erbrechen
  • Extreme Angst vor Kontrollverlust
  • Extreme Unruhe
  • Extremes Druckgefühl im Brustbereich
  • Gefühl, alles sei unwirklich und sehr weit entfernt
  • Herzrasen / Herzstolpern
  • Hitzewallungen oder extremes Kältegefühl
  • Hyperventilation
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • Lippen fühlen sich taub an
  • Muskelschmerzen
  • Muskelzittern
  • Rauschen in den Ohren
  • Schweissausbrüche
  • Schwindel
  • Todesangst
  • Tunnelblick
  • Übelkeit
  • Unfähigkeit, Licht oder Geräusche zu ertragen
  • Verschwommenes Sehen
  • Verstärkte Wahrnehmung des eigenen Körpers und sämtlicher Symptome
  • Wahlweise die Unfähigkeit sich zu bewegen oder aber Verbleiben an einer Position ist unmöglich (egal ob sitzen, stehen, liegen, laufen – nichts kann beibehalten werden)
  • Wahrnehmung der Umgebung nur undeutlich, wie 'durch Watte' oder 'unter Wasser'
  • Zittern
 
Sind die Beschwerden real

Bei den Symptomen handelt es sich sowohl um gefühlte Beschwerden als auch um tatsächlich vorhandene physische Symptome. Gut veranschaulichen lässt sich das bei der Hyperventilation im Zusammenhang mit Panik: wegen dem Gefühl, keine oder nicht ausreichend Luft zu bekommen, beginnt man zu hyperventilieren, heisst: atmet schneller und / oder tiefer. Dadurch kommt es dann zu körperlichen Symptomen, die tatsächlich vorhanden sind, wie Schwindel, Druckgefühl, Schmerzen im Brustkorb, Kribbeln, Taubheitsgefühl. Es kann sich steigern bis hin zu Verkrampfungen (bezeichnet als 'Pfötchenstellung'). Diese Symptome verschlimmern wiederum die Panik.

 
Auslöser der Panik

Die Auslöser für Panikattacken können sehr unterschiedlich sein:

  • Auslöser, die sich auf die Umgebung beziehen wie zum Beispiel der Aufenthalt in Flugzeugen, Fahrstühlen, Kaufhäusern, Menschenansammlungen. Tunnel, Brücken, Türme.
  • Situationen: Dies können beispielsweise Autofahrten (in diesem Zusammenhang Staus, Baustellen), im Mittelpunkt stehen (beispielsweise eine Rede halten) sein.
  • Körperliches: das Gefühl, keine Luft zu bekommen oder nicht ausreichend einatmen zu können, Schmerzen, Herzrasen, Schwindel ....
  • Auch möglich: spontan - gerade ausgeführte Tätigkeit, Situationen, Umgebung spielen keine Rolle, die Angst kann überall und jederzeit auftreten, auch im Schlaf.
 
Ursachen der Panik

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Panikattacken: traumatische Erlebnisse (Unfälle, Gewalterlebnisse, Missbrauch), erlernte Verhaltens- und Denkmuster, Kindheitserlebnisse, körperliche Erkrankungen, Überforderung, Stress. Es gibt auch Theorien, dass chemische Störungen im Gehirn verantwortlich sein können (Fehlen von Serotonin).

 
Behandlungsmöglichkeiten / Hilfen
  • 'Arbeit an sich selbst' wie beispielsweise Umstellung der Lebensgewohnheiten und -umstände, Änderung von Denk- und Verhaltensmustern, Aufarbeitung der Vergangenheit, Auseinandersetzen mit der Angst (zum Beispiel das Verstehen, wie es dazu kommt und was dabei im Körper vorgeht).
  • Austausch mit anderen Betroffenen (zum Beispiel Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeforen)
  • Entspannungsübungen
  • Medikamente
  • Reha- oder Klinikaufenthalte
  • Therapien (zum Beispiel Gesprächs- oder Verhaltenstherapien)
 
Möglichen Folgen von Panikattacken
  • Bei sehr gehäuftem, anhaltendem Auftreten von Panikattacken kommt es zu einer Daueranspannung. Diese ist extrem anstrengend. Zudem kann die Schwelle für Ängste herabgesetzt werden
  • Depressionen
  • Erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infekten
  • Erwartungsangst (Angst vor der Angst)
  • Konzentrationsstörungen
  • Magen- und / oder Darmprobleme
  • Reizbarkeit
  • Schlafprobleme (sowohl Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen als auch Träume)
  • Schreckhaftigkeit
  • Selbstbeobachtung (beispielsweise ständige Kontrolle von Puls oder Blutdruck, Aufschrecken beim kleinsten Anzeichen von körperlichem Unwohlsein, Erklärungsversuche und häufig Fehlinterpretationen)
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Ständige Unruhe
  • Überempfindlichkeit (beispielsweise bei nichtigsten Anlässen in Tränen ausbrechen, 'dünnhäutig')
  • Vermeiden von Situationen, Umgebungen, Tätigkeiten (und somit Einschränkungen, unter Umständen massiv)
  • Verspannungen
 
Synonym

Panikstörung