Licht und Farben haben erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit - sowohl psychisch als auch körperlich. Ein Mangel an Licht kann zu zahlreichen Beschwerden / Störungen führen.
Vorweg ein paar Sätze zur Sonne:
Grösse:
Sie ist mit Abstand der grösste Planet, ihr Durchmesser beträgt 1.393.700 km und somit das 109-fache des Erddurchmessers.
Abstand:
Die Entfernung zur Erde beläuft sich auf 149.504.200 km
Temperatur:
Im Inneren der Sonne herrschen Temperaturen von 16,4 Millionen °C
Alter:
Etwa 4,6 Millionen Jahre
30.000 Jahre:
Bis das Licht aus dem Inneren der Sonne bei uns ankommt, sind etwa 30.000 Jahre vergangen, somit entstand es in der Steinzeit und noch vor der Würmeiszeit.
Sonnenlicht erscheint weiss, besteht aber aus den Spektralfarben, die sichtbar werden, wenn das Licht durch ein Prisma gebrochen wird.
Das Licht beschäftigt die Menschen seit Jahrtausenden, es wurde häufig als heilig betrachtet und man versuchte Erklärungen zu finden. Schon Poseidonius, Ptolemäus, Pythagoras oder Aristoteles beschäftigten sich mit Licht und Sonne, beispielsweise damit, ob sich Licht wie Wasserwellen bewegt oder jeder einzelne Gegenstand Licht verströmt. Und bereits aus dem Antiken Griechenland gibt es Aufzeichnungen von Ärzten, in denen der Einfluss des Lichtes auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beschrieben wird.
Heute ist erwiesen, dass unsere Psyche und Gesundheit erheblich vom Licht beeinträchtigt werden. Der circadiane Rhythmus des Menschen wird vom Tageslicht gesteuert. Unter circadianem Rhythmus versteht man den inneren Rhythmus, von dem auch der Schlaf-Wach-Rhythmus gelenkt wird.
Ein Mangel an Tageslicht kann zu zahlreichen Störungen führen, beispielsweise Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Beeinträchtigung der Sehleistung, Appetitveränderungen, Konzentrationsproblemen und Calciummangel. Damit Calcium absorbiert werden kann, ist Vitamin D erforderlich, das teilweise über die Nahrung aufgenommen wird, sich aber auch in der Haut bildet, wobei das Licht eine Rolle spielt. Ob Licht auch bei der Entstehung von Krebserkrankungen von Bedeutung ist, wird noch untersucht.
Lichtdefizite sind auch der Auslöser von SAD, auch als Winterdepression bezeichnet. Wie schon der Name sagt, tritt diese Depressionsform ausschliesslich in den Wintermonaten auf, wenn das Tageslicht reduziert ist. Typische Anzeichen sind Energielosigkeit, gedrückte Stimmung, eingeschränkte Libido, Traurigkeit, Heisshunger (insbesondere auf Süsses), Leistungsminderung, Schlafstörungen, Müdigkeit, gestörtes Selbstwertgefühl. In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen betroffen.
Wenn in den Wintermonaten die Tage deutlich kürzer sind und das Tageslicht weniger intensiv, dann steigt der Melatoninspiegel, da Tageslicht die Bildung von Melatonin hemmt. Melatonin ist ein Hormon, das in der Epiphyse (Zirbeldrüse) aus Serotonin entsteht. Serotonin ist ein Neurotransmitter (Botenstoff im Gehirn). Auch andere Hormone wie Östrogen und Kortisol (Stresshormon) werden beeinflusst. Wird mehr Melatonin ausgeschüttet, können in der Folge davon Veränderungen des Schlafbedürfnisses und Winterdepressionen auftreten.
Licht im Vergleich: Wie gross die Lichtunterschiede sind, verdeutlichen folgende Zahlen. Während an sonnigen Tagen 100.000 Lux gemessen werden, erreichen die Werte bei bewölktem Himmel nur noch 8.000 Lux. In Innenräumen sind hingegen nur etwa 500 Lux messbar.
Bei SAD wird häufig die Lichttherapie eingesetzt. Hierbei wird helles Kunstlicht eingesetzt, das in der Regel 20 bis 60 Minuten über die Netzhaut aufgenommen wird. Hierdurch wird der Melatoninspiegel, der im Winter auch tagsüber erhöht ist, gesenkt. Die Lichttherapie wird auch in anderen Bereichen eingesetzt, wie beispielsweise bei Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Jet-lag, jahreszeitunabhängigen Depressionen. Licht soll zudem blutdruck- und cholesterinsenkend wirken, einen positiven Effekt auf Immunsystem, Kalzium- und Phosphathaushalt haben.
Das Farbempfinden wird ebenfalls von den unterschiedlichen Lichteinstrahlungen beeinflusst, beispielsweise neigen wir im Winter eher zu gedeckten, dunkleren Farben und im Frühling zu lebhaften, hellen Farbtönen. Farben wirken je nach Licht ganz unterschiedlich, dunkle Farben absorbieren Helligkeit und lebhafte Farben sind auf Lichtreflektionen angewiesen, um effektvoll zu sein. Das Sonnenlicht ist, auch wenn es uns weiss erscheint, eine Mischung aus allen Farben. Farben können beeinflussen, beispielsweise aktivierend oder entspannend auf uns wirken.
Interessant ist, dass Farben eigentlich gar nicht physiologische Eigenschaften von Objekten sind, sondern vielmehr dadurch wahrgenommen werden, dass Rezeptoren Reize ans Gehirn senden, wenn Licht auf die Netzhaut des Auges trifft. Oft sind Farbeindrücke mit Erinnerungen, Emotionen und Assoziationen verbunden, weshalb wir sie anders wahrnehmen. Daher rührt wohl auch der Begriff 'Gedächtnisfarben' in der Psychologie. Es gibt Theorien darüber, dass das Farbempfinden unbewusst erlernt wird.
Wenn wir diese Einflüsse von Licht und Farben auf unsere Psyche und unser Wohlbefinden berücksichtigen, können wir sie nutzen. Beispiele hierfür können sein, die Wohnung hell und freundlich zu gestalten, für Tapeten, Teppiche, Stoffe, Dekoration und Möbel Farben zu wählen, die stimmungsaufhellend oder beruhigend wirken. Gerade in der 'dunklen Jahreszeit' bevorzugt in Fensternähe aufhalten und wenn möglich täglich Zeit im Freien verbringen, zum Beispiel Spaziergänge machen. Auch ein Urlaub in südlichen Gegenden kann sich positiv auswirken.