Mit dem inneren Kind wird eine bildhafte Möglichkeit geschaffen sich mit intensiven Gefühlen, die in der Kindheit entstanden sind auseinanderzusetzen. Diese Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse aus der eigenen Kindheit spiegeln verschiedene Gefühlswelten wider. Hierzu gehört das ganze Spektrum intensiver Gefühle, wie unbändige Freude, abgrundtiefer Schmerz, Glück und Traurigkeit, Intuition und … Neugierde, Gefühle von Verlassenheit, Angst oder Wut.
In der Arbeit mit dem inneren Kind wird davon ausgegangen, dass ein Mensch, der als Kind wenig Liebe und Anerkennung erfahren hat ein geschädigtes Selbstwertgefühl hat. Dieser Mensch kann schon durch wenig Kritik an alte Kindheitsverletzungen erinnert werden und ist dadurch übermässig verletzbar. Ein Mensch der eine schwierige Kindheit hatte hat dieses Kind beziehungsweise diese Teile der eigenen Gefühle möglicherweise vom 'Erwachsenen' abgetrennt. Damit ist gemeint, dass der Erwachsene als Schutzmechanismus die Gefühle abgespalten hat um den Schmerz des Kindes nicht zu fühlen und keine Verantwortung dafür übernehmen zu müssen.
Ziel der Arbeit mit dem inneren Kind ist es den Erwachsenen dazu zu bringen das innere Kind anzunehmen, dem inneren Kind liebevoll und verständnisvoll zu begegnen und somit eine Beziehung zu sich selbst aufzubauen und falsche eingetrichterte Denkmuster aus der Vergangenheit zu überholen und diese mit positiven Denkweisen zu ersetzen. Dabei werden im besten Fall seelische Wunden aus der Vergangenheit geheilt und dysfunktionale Lebensmuster erkannt und neu programmiert.
Es gibt verschiedene Therapieansätze und Selbsthilfebücher zur Arbeit mit dem Inneren Kind. Jedoch wird dringend geraten therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da es sich um eine aufdeckende Therapiemethode handelt. Der Patient sollte in einem stabilen psychischen Zustand sein beziehungsweise sollte professionell begleitet und stabilisiert werden.
Tipps zum Umgang mit dem inneren Kind von Luise Reddemann:
"Der Mensch … der unter einem alten Kummer leidet, sagt Dinge, die keinen Bezug zur Gegenwart haben, tut Dinge, die zu nichts führen, wird mit seiner Lebenssituation nicht fertig und leidet unter schrecklichen Gefühlen, die nichts mit der Gegenwart zu tun haben."
Harvey Jackins