Flooding

 
Definition

Das Wort Flooding kommt aus dem Englischen und bedeutet Überflutung oder Überschwemmung. Im Rahmen der Verhaltenstherapie wird Flooding als spezielle Methode eingesetzt, der Patient wird hier entsprechenden Reizen ausgesetzt, 'überflutet' von diesen Reizen.

 
Anwendung von Flooding

Angezeigt ist Flooding bei Bulimie, Phobien, Zwangsstörungen und verwandten psychischen Erkrankungen.

 
Voraussetzungen vor einer Therapie

Voraussetzung für die Behandlung mit Flooding ist, dass der Patient körperlich gesund und in einem gewissen Masse belastbar ist. Es sollte auch in jedem Falle von einem geschulten Therapeuten durchgeführt werden, da der Patient im Laufe der Behandlung vermehrtem Stress ausgesetzt wird.

 
Verlauf der Therapie

Das Hauptthema besteht schliesslich in der Reizüberflutung des Patienten. Der Patient macht eben genau die Dinge, vor denen er sich am meisten fürchtet. Dies könnte zum Beispiel sein, dass er die Wohnung verlassen muss, ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen wie die Türklinke zu überprüfen. Oder er muss sich in einem völlig verschmutzten Waschbecken die Hände waschen. Es werden also genau die Angst machenden Situationen provoziert, um zu erreichen, dass der Patient merkt, dass die Angst bald wieder verschwindet oder sich seine Gedanken nicht in die Wahrheit umsetzen. Unabdingbar sollte ein gutes Patient / Therapeut-Verhältnis vorhandensein, um den Umgang  in  heiklen Situationen abzusichern.

 
Varianten des Flooding
  • In der Vorstellung (in sensu)
  • In der Realität (in vivo)
 
Unterschied zwischen 'in sensu' und 'in vivo'

In der Vorstellung lernt der Patient, sich  mit den angstbildenden  Gedanken auseinander zu setzen. Der Therapeut provoziert verschiedene  Szenarios und führt damit den Patient gedanklich in die jeweilige Situation, vor der er sich fürchtet. Auch die gedankliche Vorstellung kann beim Patienten Angst und Stress auslösen, jedoch merkt er, dass die Angst vorbei geht.

Die zweite Phase der Vorstellung beginnt damit, dass der Patient verschiedene Situationen in seinem Alltag sucht, um diese zu durchleben und gedanklich zu lösen.

In der Realität werden dann schliesslich mit Hilfe des Therapeuten  ganz reale Situationen provoziert,  um beim Patienten die Angstgefühle hervorzurufen. Die jeweiligen Optimierungsstrategien werden dann im Beisein des  Therapeuten entwickelt. Die Methode ist für den Patienten am schwersten zu meistern, da er gerade dann die stärksten Angstgefühle entwickeln kann. Jedoch ist dies auch der am meisten erfolgreiche Weg der Therapie.

 
Erfolgsaussichten der Behandlung

Aktuelle Untersuchungen ergaben eine Erfolgsquote des Flooding von über 75 Prozent.