Flashbacks

 
Situation

Blitzartiges Wiedererleben eines früherer Gefühlszustände ohne bewussten Auslöser beziehungsweise durch einen Schlüsselreiz.

 
Massnahmen
  • Wenn möglich, aktiv werden – das heisst beispielsweise: Die Körperhaltung verändern (aufstehen, herumlaufen, statt liegen nun sitzen, die Arme bewegen ...).
  • Versuchen, sich auf alles zu konzentrieren, was tatsächlich da ist: Geräusche um mich herum, Gerüche, wie fühlt sich der Stuhl (oder sonstiges) unter mir an.
  • Versuchen, sich selbst Aussenreize zu schaffen, indem ich die Fingernägel in meine Hand drücke oder mich kneife, mir aufs Bein klopfe, Dinge berühre, die sich unterschiedlich anfühlen (warme Kaffeetasse, kalte Fensterscheibe ...).
  • Wenn möglich, den Raum verlassen, in einen anderen Raum oder nach draussen gehen.
  • Versuchen, sich immer wieder zu sagen, dass es nicht real ist.
 
Hilfe durch Dritte

Du siehst jemanden, der gerade ein Flashback erlebt, vielleicht wie er unkontrolliert zittert, weint, völlig ausser sich ist. Vielleicht ist dieser 'jemand' sogar eine Person, die dir nahe steht. Spontan hast Du nun das Bedürfnis, zu helfen, diese offensichtliche Qual zu lindern - und kommst vielleicht auf die Idee, der Person die Hand auf den Arm oder die Schulter zu legen, sie vielleicht  in den Arm zu nehmen und ihr zu versichern, dass alles in Ordnung ist, dass es nicht wirklich passiert, sie keine Angst haben muss oder ähnliches. Bloss nicht! Grund: Während eines Flashbacks kann die tatsächliche Umgebung (und somit auch Du) nicht oder nur sehr, sehr eingeschränkt wahrgenommen und nicht als das eingeordnet werden, was es oder jemand ist. Diese Umarmung oder Berührung kann somit als Bedrohung, als Angriff, als Eingesperrtsein empfunden werden und die Situation verschlimmern.

Akzeptieren, was die Person in der Situation beziehungsweise danach möchte - oder eben nicht. Der Wunsch nach Alleinsein sollte unbedingt respektiert werden und keine Nähe, die in dem Moment (kann unterschiedliche Gründe haben) nicht ertragen werden kann, sollte aufgezwungen werden. Das ist nicht einfach, gerade dann nicht, wenn man von der Situation erschreckt wurde und sich Sorgen macht. Es bleibt hier dennoch nur, es so zu nehmen, es nicht als Abweisung zu werten und 'von weitem' aufzupassen, wenn das nötig erscheint. Alles andere kann keine Hilfe sein und macht eventuell alles noch schlimmer.

Manchmal kann es helfen, wenn jemand beruhigend spricht.

Eine 'Patentlösung', die immer und jederzeit bei jedem hilft, gibt es leider nicht. Manche Sichtweisen gehen davon aus, dass es ein Zeichen von Heilung ist, Flashbacks zu erleben, ein Zeichen dafür, dass man damit beginnt, sich mit den traumatisierenden Erlebnissen auseinander zu setzen, sie zu verarbeiten und dass es sich dabei um keinen Dauerzustand handelt, dass man die Flashbacks also 'wieder los wird'. Jedoch wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder darauf hingewiesen, dass man Hilfen in Anspruch nehmen soll - insbesondere dann, wenn man zunehmend das Gefühl hat, nicht damit zurecht zu kommen und / oder andere psychische Störungsbilder hat. Auch beim Aneignen von Methoden, um mit einem Flashback besser umgehen zu können, kann eine Therapie hilfreich sein.

Insgesamt wichtig nach traumatischen Erlebnissen: Eine Bezugsperson, der man absolut vertrauen kann, bei der man sich sicher und verstanden fühlt. Informationen - verstehen, was durch Trigger, während Flashbacks, bei Amnesien, dissoziativen Zuständen vorgeht, weil es den Situationen einen Teil des Beängstigenden nimmt und zusätzlichen Zweifeln (an sich selbst in der Art 'bin ich eigentlich noch normal?') vorbeugt. Hier immer wieder wichtig bewusst zu machen: Die Reaktionen (psychische und körperliche) sind völlig normale Reaktionen, das traumatisierende Erlebnis hingegen geht über das Normale hinaus.